Das Paganfestival am 12.03.2011

Ganz schön aufgeregt war ich. Wir wussten nicht was auf uns zu kam. Paganfestival, das sagte uns so nichts. Ob wir bekannte Gesichter treffen würden? Die Gruppen hatten wir nur Ausschnitt weise auf YouTube angehört. Also alles neu für uns. So kam es dazu das wir uns dazu entschlossen seit langem mal wieder unser Mittelalter-Style auszuführen. Ich hatte viel Freude daran da ich dieses lange Kleid besonders gerne an mir mag.

Um 14:30 waren wir startbereit und wurden abgeholt. Auf dem Parkplatz war schon sehr viel los. Und überall sah man langhaarige Menschen mit Blue Jeans und schwarzem Shirt teilweise mit einer Kutte darüber.

Nur ganz selten sahen wir etwas ausgefalleneres wie wir aber so gut wie gar nicht. Da waren uns die neugierigen Blicke als wir aus dem Auto stiegen schon sicher. Kopf gehoben und durch die Mitte.

Ich hatte mehr damit gerechnet das die Menschen sich etwas mehr stylten. Aber was will man von der Metal-Szene erwarten? Es war eben doch mehr Metal wie etwas anderes. Auch wenn es zum Teil Mittelalter-Rock war. Einen weiteren Ritter haben wir gesehen aber er war Foto scheu. Schade.

Die erste Gruppe die wir hörten hatte uns zugesagt. Das Problem aber war, das die Anlage die dort in der Turbinenhalle stand wohl wirklich nicht zu den besten gehört. Und der am Mischpult diese noch nicht einmal korrekt bedienen konnte. Die Höhen der Songs kamen nur gequält zu unseren Ohren was sehr schade war. Um die Sängerin und den Sänger zu verstehen musste man schon genau hinhören. Alles dröhnte nur. Eigentlich schade, die schienen gut zu sein.

Es war eine sehr schöne Stimmung in der Halle. Wobei mir jetzt eindeutig Gothic-Partys und Festivals lieber sind, dazu aber später.

Lustig war, das die ersten Bands anscheinend kein Bandlogo hatten. Oder es nicht aufbauen durften. Wir waren am Rätsel raten wie hieß denn nun die eine oder andere Band die uns mit ihrer Musik unterhalten wollte? Erst am Abend gab es die ersten Bandlogos wobei wir das eine nicht lesen konnte. Der Nebel verdeckte alles.

Schön war das wir auch bekannte Gesichter getroffen haben und es war klasse sie mal wieder zu sehen. Ich habe mich sehr darüber gefreut ich glaube das letzte mal sahen wir sie an Rolfs Burzeltag und der ist nun doch schon eine Weile her.

Ein fast runder Abend. Merkwürdigkeiten gab es aber dennoch genug. So wollte ich, da ich Hunger hatte mir etwas zu essen kaufen. Beschwerde wurde von vielen eingelegt. Zum einen weil Vegetarier und Veganer nichts zu essen bekommen hätten und es keinen „Wiedereintritt“ gab. Das heißt mal eben aus der Halle heraus etwas zu Essen kaufen wäre nicht möglich gewesen und zum anderen konnten sie mir kein Würstchen ohne Brötchen verkaufen da die Brötchen abgezählt waren. So musste das Brötchen eben liegen bleiben und hat am Ende sogar noch gefehlt.

Mit so viel Hungrigen haben sie auf dem Festival wohl nicht gerechnet denn zwischenzeitlich gab es noch nicht einmal mehr die Bockwürstchen. Ausverkauft wobei als erstes die Brötchen zu wenig waren und die Würstchen in Schalen erst einmal ohne Brötchen und Brot verkauft wurden. Dumm gelaufen würde ich sagen oder? Man musste für Nachschub sorgen die Kunden wurden dann nach einer gewissen Zeit mit weiteren Bockwürstchen und Toast abgespeist. Eine geniale Organisation wenn ihr mich fragt.

Das nächste ungewöhnliche war die WC-Frau. Die sich darüber beschwerte das ihr einige kein Trinkgeld gaben. Kein einziges mal habe ich sie wirklich etwas reinigen sehen und man musste ein WC suchen auf dem es genügend Papier gab und das einigermaßen sauber war. Sodass ich mir das Kleid nicht vollends ein saute.

Ein Paar der Herren wollten ihr kein Trinkgeld geben und die Pfiff sie tatsächlich zurück. Ihre Worte sind mir irgendwie total in Erinnerung geblieben weil sie klang wie ein sprechender Papagei wie man das aus dem TV kennt: „Trinkgeld, was ist mit Trinkgeld hier gibt es nichts umsonst.“

Ich dachte immer Trinkgeld gibt man freiwillig wenn man mit der Leistung desjenigen zufrieden ist? So aber verlangte sie Trinkgeld für eine Leistung die sie den ganzen Abend nicht erbrachte. Grimmig guckend saß sei jedes mal wenn ich das WC betrat auf ihren Stuhl zwischen den Eingängen und beobachtete jeden der rein und raus wollte. Mokierte sich wenn keiner zahlte oder blabberte einen merkwürdig an. Freundlichkeit und Sauberkeit schien sie nicht wirklich zu kennen. Einmal wurde sie mit einem Wischer gesehen habe ich mir sagen lassen. Allerdings mit einem, bei dem man nur von „verteilen“ an stelle von „reinigen“ reden konnte. In meinen Augen ungeeignet für diesen Job.

Heidevolk haben mir persönlich am meisten zugesagt und Eluveitie (also die letzte Band). Sie haben auch das Volk am meisten mitgerissen und die Halle füllte sich bei ihrem Spiel. Es war wunderschön. Wir haben sogar getanzt.

Nun, warum mir jetzt eindeutig Gothic-Partys und -Festivals lieber sind ist einfach erklärt. Am Anfang waren die Leute noch freundlich ließen einen durch wenn man zu klein war und man konnte besser gucken. Je höher der Alkoholspiegel stieg desto unfreundlicher und gröber wurde das Volk. Man bekam teilweise Ellenbogen in die Rippen gestoßen von Riesen und wurde fast umgestoßen.

Ich war froh mich an den großen Krieger lehnen zu können denn ihn rempelte so leicht keiner an. So etwas habe ich auf dem Rock-Hard auch erlebt. Auf dem Blackfield aber bisher noch nicht. Die Security rief einige zur Ordnung und musste häufig einschreiten. Von hinten weiter bekam man das nicht so mit aber vorne an der Seite ging es sehr rau zu. Wie es im Mittelfeld war konnte ich nicht sagen. Es ist eben schon ein unterschied von der Menschenart her. Alles wirkte auf mich viel Aggressiver. Irgendwie ist das traurig.

Alles in allem hat der Abend aber sehr viel Freude bereitet. Unseren Plan mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren brauchten wir Gott sei dank nicht in Kraft treten lassen. Ein ganz dickes Dankeschön noch einmal. Wir wurden nicht nur nach Hause gefahren sondern konnten noch etwas beim MC Donalds zu Futtern besorgen. Was nach dem bisschen Suff richtig gut tat.

Wir waren zwar relativ früh wieder @home. Allerdings Hunde müde. Das Bett rief sehr schnell und anderen Tag der Kater.

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