Es war ganz spontan. „Haste Bock? Dann packe deine Sachen, zieh dich um dann fahren wir los.“ Auf ging es eine Tagestour wandern bei den Bruchhauser Steinen, Rolf hatte schon die Strecke heraus gesucht und ich freute mich. Eine sinnvolle Sonntagsbeschäftigung. Mal etwas ganz anderes und irgendwie schon eine kleine Vorbereitung auf unsere geplante große Tour.
Die Autofahrt zum Startpunkt erschient mir etwas lang. Das lag wahrscheinlich daran das ich aufgeregt war und die Landschaft rings herum durch Lärmschutzwällen vor meinen Augen verborgen blieb. Besonders schön, nach der Autobahn, fand ich die Fachwerkhäuser. Die ganze Gegend strahlte eine wunderbare Ruhe aus. Freizeit, Sonne. Was will man mehr? An der Feuereiche wurde das Auto geparkt und die letzten Sachen in den Rucksäcken sortiert. Dann konnte gestartet werden.
Erst haben wir uns die Feuereiche betrachtet. Die an sich sehr schön geschnitzt ist. Oben weiter hat es uns gar nicht mehr gefallen. Es passt irgendwie nicht zusammen also das Kunstwerk und die Natur rings herum. Dafür ist es eben nun einmal ein „Kunstwerk“.
Danach suchten wir uns den Weg zu den Steinen, die wir im strahlenden Sonnenlicht erblicken wollten. Erstaunlich unterwegs fand ich die weißen Stellen und bei genauerem hinsehen war es kein Harz was auf den Baumstümpfen lag, sondern blankes Eis. Erstaunlich deswegen, weil es in der Sonne schon richtig warm war. Sobald wir aber in den Schatten kamen war meine Jacke die ich an hatte fast noch zu dünn. Frost zierte den Boden der je nachdem ob Sonne oder Schatten teilweise steinhart und teilweise rutschig weich war.
Der Wald an sich war noch braun anstelle von saftigem grün. Aber das störte mich nicht. So konnte man die Waldbepflanzung besser erkennen, den Unterschied zwischen Laub und Nadelbäume. Was mit dem grün wahrscheinlich nicht so deutlich sichtbar gewesen wäre.
Auf den Weg zu den Steinen ging es fast nur Bergauf. Wenn ich stehen blieb und mich umsah konnte ich in die Ferne blicken. Ins weite Tal. Menschen konnte man dort keine mehr erkennen, sie waren zu klein und die Häuser wirkten wie die kleinen Häuschen aus einem Ü-Ei.
Der erste Stein war für mich schon riesig. Ich vermute die Steinreihenfolge die wir gesehen haben ist wie folgt: Bornstein, Goldstein, Feldstein und Ravenstein aber wenn ich ehrlich bin, sicher bin ich mir nicht mehr. Ich war einfach zu sehr damit beschäftigt mir die Gegend anzuschauen als das ich mir merkte welcher Stein nun welcher war.
Für den nächsten ging es einen matschigen Pfad bergauf. Aber auch nur kurz und dort hielten wir das erste mal an. Wir machten eine kleine Rast und es wäre keine echt Rast von uns beiden wenn wir nicht irgend Jemanden gefunden hätten. Der uns auf Bild festhält. Dieser Stein gefiel mir besonders gut und ich stellte mir in Gedanken vor, wie es wohl wäre mit dem schönen Licht dort ein Shooting zu haben. Wird Zeit das ich mal wieder schöne Bilder von mir selbst bekomme.
Wir hatten eigentlich noch gar nicht viel gelaufen. Der nächste war dann der Feldstein. Den weiß ich sicher weil er das Kreuz trägt. Trotz des Geländers war es nicht unbedingt ein Kinderspiel dort hinauf zu kommen. Man musste schon ein klein wenig klettern können und aufpassen das der Schuh nicht gerade direkt in die Lücke passt. Feststecken bleiben wollte ich nicht. Grins.
Die Aussicht von oben war berauschend schön. Ich habe sogar hinunter gesehen und bin stolz auf mich das ich wieder eine meiner Ängste überwunden habe. So nach und nach kill ich sie alle. Denn nicht nur das Wasser das ich mit der Kanutour bekämpfte sondern nun auch den Schwindel wenn ich von hoch oben nach unten schaue. Ich will das auch können, schließlich steht mir noch eine wundervolle Wanderung bevor.
Ich wollte am liebsten dort oben sitzen bleiben oder im Wind stehend die Arme weit ausgebreitet. Was ich besonders schön fand war das der Wind dort oben gar nicht so kalt war. Unterwegs im Schatten war ich schon ein wenig am bibbern. Hoch oben aber war es sonnig und warm. Durch die klare Luft konnte man sehr weit sehen. Strahlend blauer Himmel. Und wie klein der Punkt war von dem wir hergekommen waren. Es sah alles so weit aus. Und die Gummibärchen fühlten sich auch wohl. Sie landeten genüsslich in unseren Mägen.
Am liebsten wäre ich dort allein gewesen und hätte ein Lied angestimmt. Zwischendurch konnte ich nicht anders da summte ich vor mir her. Auch wenn es albern erscheinen mag. Die Natur verlockt dazu. Das mache ich auch auf meinen normalen Hunde Spaziergängen so. Dann wenn ich keinen Menschen sehe. Dann fange ich an zu singen. Da ich aber eben nicht alleine war. Blieb ich auch lieber leise. Mich hätte es nicht gestört wenn die anderen Wanderer dumm geguckt hätten. Aber ich denke das kann ich lieber für mich allein machen.
Unten weiter kamen wir an die „ewige Quelle „. Zwischen all dem Braun und dem kleinen bisschen Grün erschien sie einen wie eine kleine Oase. Ganz viel Moos und großblättrige Pflanzen erstrahlten in dem saftigen Grün was man sonst überall im Sommer hat.
Der Lehrpfad den es dort geben sollte war etwas ungepflegt. Wahrscheinlich wird er zum Sommer hin wieder aufgebaut. Auf jeden Fall lag die Hälfte der Schilder am Boden und es wirkte etwas durcheinander. Auch die Baumkennzeichnungen weiter unten am Pfad waren nicht ganz perfekt geglückt. Einer von den Bäumen hat den Winter wohl nicht überlebt Es blieb ein größerer Stumpf mit der Kennzeichnung. Schade eigentlich es wäre schon interessant gewesen denn in meiner Schulzeit hatte ich für solch schönen Dinge leider keinen Kopf. Man könnte auch sagen: Sie war im Unterricht leicht abwesend.
Beim Café am Rosengarten im Gutshof Schloss Bruchhausen, Olsberg machten wir unsere nächste kleine Rast. Angeblich bin ich schuld das wir rasteten aber der Herr wollte auf einen schönen Kakao und ein Stück Kuchen auch nicht verzichten. Ich kann mir vorstellen das der Rosengarten im Sommer richtig schön ist. Jetzt waren die Pflanzen noch vor dem Frost geschützt.
Wir hatten den Wald verlassen und wanderten erst einmal über Straßen. Kleinen Bächen, großen Wiesen und Feldern. Am Rand grasten die Pferde und Schafe blökten aus ihrem Stall. Überall aber war Beschäftigung zu sehen und viele Menschen waren unterwegs. Sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Inlinern oder mit dem Bike. Das wäre für uns an diesem Tag auch eine Möglichkeit gewesen, Motorradfahren aber das kann man an anderen Tagen immer noch einmal machen. Eine Tagestour wandern war wieder etwas neues und sehr schönes.
Auf einer Weide saßen ganz viele Krähen. Leider gibt es nur ein Foto von einer Krähe die sich gerade auch auf den Weg machte. Also doch: „Nica Krähenschreck“. Ich bin einfach zu Furcht einflößend für die armen Tiere.
Wir haben viele Vogelarten gehört. Erstaunt hat mich das man diese zwar hören konnte aber meistens verbargen sie sich so gut das wir sie nicht sahen. Da ist der Spaziergang im Park anders. Die Vögel bleiben länger sitzen und man kann sie auch entdecken. Während Rolf ein Foto von einem Schuppen machte legte ich mich in die Sonne. Einfach so lang gestreckt auf den Boden. Es tut immer wieder gut die Sonne zu spüren und die Erde. Eben die Natur.
Bergauf, bergab immer der Nase nach und dem GPS das Rolf bei sich hatte. Ein Männerspielzeug das mir von der Kanutour noch bekannt war. Straßen, Feldwege, Waldwege wir sind glaube ich fast alles durch. Sogar Abkürzungen haben wir genommen.
Die eigentliche Strecke die er rausgesucht hatte, haben wir nicht geschafft. Dafür haben wir zu sehr getrödelt. Ich glaube den Schuh ziehe ich mir an. Ich kann nicht einfach an einem schönen Ort sein, um dann schnell weiter zu gehen. An solchen Orten möchte ich verweilen die Orte genießen und mich in aller Ruhe umsehen können. Das ist etwas das ich an den Unternehmungen mit Rolf zusammen zusätzlich so wertvoll finde. Er lässt mir diese Zeit.
Wir folgten eine Straße die uns wieder in den Wald führte. Ein wenig störend fand ich die Autos die dort fuhren. Man musste echt aufpassen. Dann erreichten wir das Wasser-Tretbecken. Was mich jetzt aber nicht verlockte eine „Kneipp-Kur“ zu machen. Das Becken war auch noch nicht für den Betrieb wieder hergerichtet worden. Der Winter hat eben seine Spuren hinterlassen. Außerdem war das Wasser viel zu kalt, meine Füße wären erfroren. Ich kann mir schon vorstellen das manch ein Wanderer im Sommer es sich dort gut gehen lässt.
Dann folgten wir dem nächsten Weg und es ging nur noch Bergauf. Irgendwann mussten wir links ab und es wurde steiler. Ohne Rucksack konnte ich dort gut hinauf laufen. War aber oben dann ziemlich platt. Mit Rucksack wäre ich nicht so vor raus gerannt das steht fest. Weiter oben sahen wir dann schon die „Feuereiche“. Und wussten das Auto ist nicht mehr weit.
Aber losfahren wollten wir auch noch nicht, eine gemütliche Rast auf der Bank. Den Blick noch einmal ins Tal gerichtet saßen wir noch ein Weilchen Kopf an Kopf da.
Eine wunderschöne Tour die mir sehr viel Freude bereitet hat. Und nun steht für mich fest das ich mich noch mehr auf unsere größere Wanderung freue.
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