Unüberlegte Wahlwerbemittel

Die Wahlen stehen vor der Tür, überall hört und liest man nur noch „Politik“, „Wahlkreis“, „Wahl und so weiter. Das ist ja alles schön und gut, für Jemanden der sich ernsthaft dafür interessiert sogar faszinierend. Aber für mich eher lästig und teilweise sogar gefährlich.

Es gibt als Wahlwerbemittel ja so einiges. Große Werbebanner fliegen über die Straße und gleiten langsam zu Boden. Von riesigen Plakat-Wänden starren uns fremde Gesichter an und versuchen freundlich auszusehen. Was mit Hilfe von Schülern auch gelungen ist. Sie ließen der einen Frau einen Ziegenbart wachsen oder zogen dem anderen Herren eine BH über. Bitte recht freundlich?

Das sind die Werbemittel, die man Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit begegnet. Aber damit ja noch nicht genug. Es gibt noch die netten kleinen und mal großen Flyer die von Haus zu Haus getragen werden und den Briefkasten verstopfen. Selbstverständlich von jeder Partei jeden zweiten Tag zwei. Einer reicht ja nicht, darin kann man die Versprechungen nicht alle aufführen, der Platz auf so einem Flyer ist ja begrenzt.

Vor gut einer Woche war aber nicht nur ein Flyer in meinem Briefkasten. Verblüffung stand mir im Gesicht geschrieben als ich ein Schälmesser mit Parteiaufschrift dort vor fand. Nun ja, ein billiges Messer kann man immer mal gebrauchen. Der dazugehörige Flyer und die dazugehörige Visitenkarte allerdings ist dann wieder im Altpapier gelandet.

Passend zum Schälmesser muss sich diese Partei wohl noch etwas anderes einfallen lassen haben. Denn sie beließ es nicht dabei.

Heute morgen ging ich so nichts ahnend um 5:30 mit meinem Hundi los. Ich war einfach viel zu früh wach und der Kleine hatte auch schon Interesse daran die Welt zu erkunden. Also auf ging es. Wir haben uns eine Runde vorgenommen weil ich dachte heute habe ich ja Zeit.

Unterwegs schaute ich mir den Himmel an, der mit seinen kleinen weißen Wolken und der dahinter liegenden grauen Wolkenwand wieder ein fantastisches Bild abgab, so als wenn sie nicht zusammengehörten. Viel schöner als das was man sonst so sieht.

Erst kurz nach sieben haben wir uns wieder am Haus eingefunden und ich starrte eine Tüte auf meiner Türklinke an. In großen Buchstaben die Parteiaufschrift und es sah ganz nach „Bäcker“ aus. Ich finde es ja schön und gut, das sie mir ein Sonntagsfrühstück schenken wollen. Aber Lebensmittel als Werbemittel finde ich dann etwas riskant. Wer weiß wer die Brötchen (es waren zwei in der Tüte) alles angefasst hat? Hinzukommt, das für jemanden wie mich solche normalen Brötchen kein Geschenk sondern eher eine Last sind.

Ich will ja nicht jedem meine Krankheit aufs Auge binden aber für mich sind solche Brötchen gleichzustellen mit Gift, ein kleiner Krümel reicht schon aus um mir Magenkrämpfe zu bescheren. Und wenn man diesen Gedanken hat beim Anblick dieser Wahlwerbung gibt das doch kein gutes Bild für die Partei ab oder? Da stellt sich mir die Frage, wollen die einen Vergiften? Natürlich nicht beabsichtigt denn sie können ja nicht vorher die Krankenakten lesen. Aber unüberlegt war diese Aktion schon. Es gibt schließlich auch mehrere Menschen die entweder auf Diät Leben, Diabetes haben oder auch Allergien. Demzufolge diese Lebensmittel so wie ich in den Mülleimer werfen müssen. Totale Verschwendung wenn ihr mich fragt!

Außerdem woher wussten die, das ich nicht in Urlaub bin? Wenn ich mir vorstelle ich wäre für drei Wochen in Urlaub gewesen. Die Tüte würde dann die ganzen drei Wochen auf meiner Türklinke sitzen und vor sich hin schimmeln. Das ist vielleicht ein leckerer Gedanke.

So habe ich mit der Tüte meinen Mülleimer fleißig gefüttert und freue mich das er bald wieder so voll ist das ich ihn raus bringen kann. Vielen Dank auch an alle Parteien.

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