zauberhafte beängstigende Gewitter
Ich kann die Natur spüren, in dem ich mich in ihr bewege. Ich kann sie fühlen, spüren, riechen, sehen. Sie ist wunderschön, manches mal aber auch beängstigend. Obgleich es wie ein Rausch ist, es fasziniert, kann es doch gleichzeitig das beben in meinem Körper verursachen, eine unangenehme Angst. Und doch schaue ich immer wieder hin und gehe raus.
Heute war es wieder, gestern und vorgestern auch schon, die letzte Zeit fast täglich hat ein Gewitter Einzug gehalten in meiner Umgebung. So schnell wie sie gekommen, so sind sie meist auch gegangen. Doch nicht immer. So erinnere ich mich an ein Gewitter das noch gar nicht so lang her ist, aber in vieler Munde war. Ein Gewitter bei dem einige Menschen zu schaden kamen und ich war ganz in der Nähe. Live dabei kann man so sagen. Zur Erinnerung:Bericht: Römerfest
Das man, wenn man so nahe am Geschehen war, ein wenig „Bammel“ bekommt, bei Gewitter mit einem motorisiertem Zweirad durch die Gegend zu fahren und sei es auch nur der Heimweg, sollte verständlich sein. Denn das Zweirad bietet weiß Gott keinen Schutz.
Diese Tage begegnete ich dem Gewitter auf dem „Nach-Hause-Weg“. Es fing schon eine Stunde vorher an, doch es endete so dachte ich. Aber das war ein Irrtum. Es hatte nur pausiert. Hätte ich dieses Wissen gehabt, wäre ich sicherlich noch auf der Arbeit geblieben und hätte gewartet aber so bin ich gefahren und ich habe noch nicht einmal die Hälfte der Strecke hinter mir gebracht, da legte es von neuem los. Mit all seiner Kraft.
Die leuchtenden Weiß-Blauen Blitze zogen vom Himmel herab zur Erde. Blitzartig könnte man sagen und das trifft es Wort wörtlich auf den Punkt. Neben mir war das Feld das im strahlenden Sonnenlicht herrlich auf schimmert. Doch an diesem Tag war es dunkel und fast schon gespenstisch. Nicht weit von mir entfernt glühte mit einem mal der Himmel auf, wieder ein Blitz? Aber dafür war es viel zu langsam.
Erstaunlich wie langsam das Ding, was auch immer es war zur Erde ging. Es sah bald aus wie ein leuchtender Stab, an der Unterseite wies er eine Art Knäuel auf das mich irgendwie an ein Wollknäuel erinnerte. Der Stab der eine ziemliche Breite aufzuweisen hatte, war breiter als die normalen Blitze die man sonst so sieht, er war ja auch viel langsamer. Was ich gerne betonen möchte, denn so etwas habe ich vorher noch nie gesehen! Das Innere war weiß, dann kam der von Blitzen übliche bläuliche Schimmer, am Rand des Stabes schimmerte es leicht rot orange bis es dann in etwas nebelartigen Grau überging. Auf der Erde angelangt war es mit einem puf verschwunden. Ein wenig Erdboden wurde aufgewirbelt aber nicht viel. Es war einfach nur erstaunlich. So leuchtend, so langsam und so kraftvoll sah es aus.
Ich würde es gern noch einmal sehen wollen. Und doch hat es mir Angst gemacht. Aber ich glaube diese Angst kam eher vom Gewitter allgemein als von dem Ding. Da ich mich mit meine Fahrzeug nur noch unwohl fühlte, begann ich nach einer Unterstellmöglichkeit zu suchen und fand sie in Form einer Bushaltestelle. Ich stellte mein Fahrzeug ab und betrachtete doch leicht ängstlich den Himmel.
Ein Blitz zog sich über die gesamte sichtbare Breite lang. So als hätte man leuchtende Bindfäden am Himmel gewebt. Andere hingegen gingen glatt zur Erde und es ertönte immer wieder ein Ohren betäubendes „Krawumm“.
Immer wieder merkte man das es weniger wurde und dann kam das Gewitter doch noch zurück. Eine Lücke nutzte ich dann doch aus um weiter zu fahren. Denn mein Heim lockte mich und so erreichte ich mein wohliges Zuhause doch recht flott. Nass bis auf die Knochen teils schon aufgeweicht aber froh im Trockenen zu sein.
Ich habe festgestellt Gewitter am Abend finde ich umso schöner, weil sich die Blitze dann von dem dunkel der Nacht abheben und man sie noch deutlicher sehen kann als es eh schon möglich ist.
Sie sind schön. Man kann es nicht anders sagen. Sie sind faszinierend, sie sind Energie, aber sie sind auch beängstigend. Ich gehe gern wenn es Gewittert nach draußen. Aber ich zucke zusammen wenn ein Blitz zum Boden niedergeht.
Jetzt bin ich auch daheim es hat heute schon wieder Gewittert, über Tag, ich konnte die wunderschönen Blitze nicht sehen, doch der Stromausfall auf der Arbeit hat mir gezeigt das es doch heftiger gewesen ist als ich anfangs dachte.
Lasst euch nicht von den Gewittern erwischen. Genießt die Sonne. Und betrachtet mit mir fasziniert die wundersame Welt der Natur. Sie ruft mich jetzt und ich erhöre sie. Auf ins Feld!