Mera Luna der Samstag:

Dafür das man den Vortag etwas lange auf war, waren alle ziemlich früh schon wieder wach. Um es einmal harmlos auszudrücken. Noch dazu ist Campen nach einer Party etwas anders als wenn man daheim im Bettchen liegt. Ein geniales Gefühl mit einer solch tollen Truppe zusammen zu sein. Der eine hilft den anderen wenn es mal an etwas mangelt. Sei es das Kaffee Wasser oder die Haribos.

Nach der ersten Rast auf dem Platz unterm Pavillon machten wir uns auf dem Weg zum Frühstücken. Was mich sehr freute das Frühstück mitzuerleben. Auch hier kamen die Erinnerungen vom Jahr 2009 gewaltig hoch. Und ein bisschen blieb die Angst. Ich bin eben doch ein Angsthase. Aber wenn ich sehe wie es mir heute geht, weiß ich diese Angst hat so manches mal seine Berechtigung.

Das Frühstück bestand für mich aus Rührei mit Salami, ich hätte gern ein Brötchen gegessen aber das war mir bekanntlich nicht möglich. Es hat dafür, das wir auf einem Festivalplatz waren, sehr gut geschmeckt. Der Orangensaft tat sein bestes um mich wieder in Schwung zu bringen. Es war Samstag.

Die ersten stürmten zu den Duschen während wir uns noch einmal zum Zeltplatz begaben und in die Schlafsäcke verkrochen. Mein denken, ich könnte wenn ich mittags gehe eventuell Glück haben und die Duschen wären nicht so voll, hat sich bestätigt, ich war schneller fertig als gedacht. Haare machen und dann in die Klamotten.

Ich finde das Lederkorsett erstaunlich schön und trage es sehr sehr gerne. Aber nun weiß ich auch endlich warum die Ladys früher immer Zofen hatten. Allein ist das mit den Schnallen hinten gar nicht machbar. Aber ich kenne da jemanden der dabei eine sehr große Hilfe ist und so wie er eigentlich einen Knappen bräuchte brauch ich eben seine Hilfe. Es ist wie immer ein geben und nehmen.

Nachdem wir nun frisch und fertig waren schauten wir erst einmal was die anderen machten aber jeder ging eben seinen Weg, der eine fand die Band gut der andere eben die andere Band. So schlenderten wir auf dem Platz. Was mich an diesem Tag am meisten freute war die Tatsache Jemanden endlich persönlich kennen zu lernen die man nur aus dem Internet her kannte. Erstaunlich, man schreibt sich über Jahre hinweg und hat sich doch noch kein einziges mal gesehen. So etwas ist für mich immer ein Highlight.

In unserem Mittelalter-Style sind wir auch schon etwas mehr aufgefallen als wie am Freitag. Die Fotografen kamen an und wollten Bilder von uns machen. Natürlich hatten wir nichts dagegen. Wer hat nicht gern schöne Bilder von sich? Ich wünschte mir eh noch ein richtiges Mittelalter-Shooting mit Rolf zusammen. In unserem Mittelalter Style. Am liebsten noch mit Schwert und vor einer wunderschönen Kulisse. Oh jaaa... Den Traum müssen wir uns noch erfüllen aber bislang habe ich festgestellt sind die Fotografen nicht ganz von der Idee begeistert, was ich an sich gar nicht verstehen kann. Schade eigentlich.

Aber so wie wir fotografiert wurden und die Aufmerksamkeiten anderer auf uns zogen so gab es auch Leute die uns faszinierten und mich begeisterten. Wie immer machte ich viele Bilder. Und manche betreiben richtig Aufwand für ihr Aussehen was ich sehr schön finde. Sehen und gesehen werden. Irgendwie finde ich es sogar schade das manche einfach nur in Hose und T-Shirt laufen. Selbst die Frauen. Da fehlt dann irgendwie etwas. Das gewisse etwas eben. Aber nicht jeder kann mit der gleichen Welle reiten wie wir.

Besonders froh bin ich, das wir uns die Gothic-Fashion-Show angesehen haben. Nicht allein weil eine Freundin von uns dort auf dem Laufsteg gelaufen ist. Sondern weil es faszinierend war. Vor allem die Outfits. Das möchte ich auch einmal ;-). Ich war hin und weg, allein das feeling dabei zu sein. Aber das Jemanden begreiflich zu machen der vielleicht einfach nur ein Partygänger ist wird schwierig werden. Für mich sind solche Events immer unter die Haut gehend. Wenn ich mich auf etwas richtig einlasse, kann es sein das ich in eine andere Welt eintauche. Ja, und da war ich wieder einmal in eine ganz andere Welt. Als ich die Bilder fertig hatte und bei Facebook einstellte haben sich die Modelle gegenseitig dort markiert. Für mich war das eine große Freude.

Ein wenig zu viel von dem Wodka hat mir dann nicht ganz so gut getan und der Entschluss am Sonntag alles ruhiger angehen zu lassen stand schon sehr Früh am Samstag für mich fest. ;-) Aber einmal darf ich ja.

Wieder haben wir viele liebe Menschen getroffen und uns amüsiert. Zwischen durch eine kleine Mahlzeit zu uns genommen und Nachmittags noch ein Stündchen auf unseren Platz verkrochen. Der Vorabend lag uns noch ganz schön in den Knochen.

Dann spielten ASP. Eine der Bands die mich wirklich interessierten. Und ich war wieder hin und weg. Es mögen noch so viele auf die Band schimpfen. Und nicht jeder mag die Stimme. Aber eines muss man dem Sänger einfach lassen. Auch live kann er singen. Wie schon gesagt ob man es mag oder nicht. Aber singen, das kann er. Und so etwas mag ich nun einmal. Was nützt mir eine Band die sich auf der CD wahnsinnig gut anhört aber Live dann trotzdem nur von Platte kommt oder alle Töne schief klingen?

Sie spielten sogar 3 meiner liebsten Songs und bei einem Song bekam ich sogar eine Gänsehaut. Das Lied berührt mich jedes mal aufs neue. Genauso wie sie das Lied „Ich will brennen“ spielten. Das weckte sofort die Erinnerung an das Blackfield Festival 2009. Mein aller erstes Festival überhaupt. Ja, auch dort haben ASP gespielt und ihr letztes Lied war „Ich will brennen“. Während ich vorne in der Menge stand kam Rolf hinzu und umarmte mich. Mit ihm etwas so schönes zu erleben ist wundervoll. Und ich kann nie genug danke sagen, das er mir diese kleinen Träume immer wieder ermöglicht. Selbst wenn ich es mir allein zusammen gespart hätte. Aber alleine auf so einem Festival würde ich niemals gehen. Es ist einfach das gemeinsame was mich glücklich macht.

Als dann der unwirkliche Schnee flog fühlte ich mich einfach nur happy und irgendwie total bewegt. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. In solchen Momenten, wenn ich alles andere um mich herum vergessen kann, all die Sorgen und ärger den man sonst hat dann fühle ich mich so losgelassen und sicher. Und das Gefühl von Sicherheit ist unbeschreiblich schön und leider manches mal noch viel zu selten.

Von der letzten Gruppe haben wir dann nicht mehr viel mitbekommen, wir haben die ersten Songs gehört und uns dann abgewandt, noch ein wenig mit Freunden geplaudert und dann war der Tag auch schon wieder vorüber. Ab ins Zelt. Ein Tag mit höhen und tiefen...

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